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Digitalisierungseuphorie oder KI-Wahnsinn?

4. dbb forum ÖFFENTLICHER DIENST

Theoretische und praktische Aspekte der Digitalisierung standen am 18. Juni 2019 im Fokus des 4. dbb forum ÖFFENTLICHER DIENST in Berlin. Angeregt durch Impulsreferate diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums unter anderem über die Einführung digitaler Bürgerdienste in der öffentlichen Verwaltung, deren Auswirkungen auf die Beschäftigten und die Verantwortung der Führungskräfte im Transformationsprozess.

„Mit der Digitalisierung aller gesellschaftlichen Bereiche steht die öffentliche Hand unter Zugzwang: dem steigenden Anspruch der Bevölkerung nach einfachen, schnellen und praktikablen Möglichkeiten muss der Staat durch neue Verfahren und mobile Online-Lösungen gerecht werden“, brachte der Zweite Vorsitzende und Fachvorstand Beamtenpolitik des dbb Friedhelm Schäfer die anstehenden Herausforderungen für den öffentlichen Dienst bei der Eröffnung des Symposiums auf den Punkt.  „Der Staat muss nicht nur für praktikable Lösungen sorgen, er muss den eingeleiteten Prozess und daraus resultierende Veränderungsnotwendigkeiten auch umfänglich den Bürgerinnen und Bürgern und damit den Nutzerinnen und Nutzern seines Angebots erklären. Der Staat muss über diese Transparenz verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen.“  Nur so werde es gelingen, für den Prozess zunehmend Akzeptanz zu erlangen, zeigte sich Schäfer überzeugt. Staatliches Handeln verändere sich: „Der Staat wird immer mehr Dienstleister für den Bürger und verändert sich in diesem Prozess auch als Arbeitgeber.“ Mit der Digitalisierung komme eine Mammutaufgabe auf die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu, räumte Schäfer ein. „Zugleich ist sie aber auch eine Riesenchance, Verwaltung neu zu denken.“

Im Schlusswort zur Veranstaltung stellte der für Digitalisierungsfragen zuständige stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Jürgen Böhm die Bedeutung des Themas heraus.

„Im Zentrum der Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung steht schon lange nicht mehr, ob sie durchgeführt werden soll, sondern wie. Dieses `Wie` wollen der dbb und seine Fachgewerkschaften konstruktiv begleiten“. Der dbb werde seine Expertise insbesondere nutzen, um die Beschäftigten vor möglichen negativen Auswirkungen zu schützen. Böhm: „Das fängt mit der Arbeitszeitgestaltung an: Hier darf es keine Entgrenzung geben. Es müssen Freiräume für digitale Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen der Arbeitszeit geschaffen werden und nicht zuletzt darauf geachtet werden, dass auf dem Weg in die neue Arbeitswelt auch wirklich alle Generationen mitgenommen werden nehmen.“

Foto: dbb/Jan Brenner

https://www.dbb.de/teaserdetail/artikel/digitalisierung-konstruktiv-begleiten.html

#Geschlechtergerechtigkeit: „Da geht noch mehr!“

Frauenpolitische Fachtagung 2019

Juni 2019

„Gleichstellung passiert nicht einfach. Sie muss mit harter Arbeit erkämpft und erstritten werden.“

Dieser Aufruf erging von der Vorsitzenden der dbb bundesfrauenvertretung, Helene Wildfeuer, an die Teilnehmerinnen und Gäste der Frauenpolitischen Fachtagung 2019. Durch solidarisch erhobene Ansprüche, untermauert von Regelungen des fast 18Jahre alten Bundesgleichstellungsgesetzes müssten die Spielregeln geändert werden, um wirklich eine „Balance of Power“ der Geschlechter zu realisieren Diese zentralen Aussagen und Forderungen der Bundesvorsitzenden der dbb bundesfrauenvertretung wurden in den Grußworten, Impulsvorträgen und Beiträgen zur Podiumsdiskussion während der Tagung u.a. von Rechtsexpertinnen und Gleichstellungsanwältinnen untermauert.

Experimentierfreude und Fehlertoleranz tut Not

Auch der dbb hat seine Ziele in dieser Hinsicht noch lange nicht erreicht, wie der Bundesvorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion, Ulrich Silberbach, selbstkritisch eingestand. Um wirklich die Interessen aller Mitglieder angemessen vertreten zu können müssten mehr weibliche Nachwuchskräfte für die Gewerkschaftsarbeit gewonnen werden. Silberbach forderte mehr Mut und Offenheit für Neuerungen bei der Gestaltung der zukünftigen Arbeitswelt und warb für die Erprobung neuer flexibler Formen der Zusammenarbeit, die besonders auch den Bedürfnissen von Frauen entsprechen könnten.

Gleichstellungsziele in Deutschland in Gefahr

Die Gastgeberin der Tagung, Helene Wildfeuer, warnte vor ´der zunehmenden Erosion der Gleichstellungsziele in Deutschland`. So gehe z. B. der Frauenanteil im Bundestag zurück und Kampagnen gegen Gleichstellungsbemühungen nähmen zu. Sie mahnte daher: „Wer den Gleichstellungsgrundsatz angreift, stellt unsere demokratischen Grundwerte in Frage und verletzt ein Menschenrecht. Die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Mann und Frau herzustellen ist ein zentraler Verfassungsauftrag für uns alle,…“

Anwesenheitskultur ist überholt

Auch Juliane Seifert, eine von zurzeit 19 Staatssekretärinnen im BMFSFJ, sieht nach wie vor Handlungsbedarf bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen. Sie fordert dazu „…Arbeit, die zum Leben passt, mehr flexible Arbeitszeitregelungen, mehr Führung in Teilzeit und faire Beurteilungsinstrumente, die nicht darauf ausgerichtet sind zu schauen, wer wie lange im Büro sitzt, sondern was die Leute leisten.“ Laut Juliane Seifert bietet der digitale Transformationsprozess auch Chancen für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie rief die Frauen auf, weniger Selbstzweifel an ihrer Eignung als Führungskräfte zu hegen, sich besser zu vernetzen und gegenseitig zu unterstützen.

Steuerliche Nachteile für Frauen

Dass Frauen steuerlich häufig mittelbar diskriminiert werden zeigt Ulrike Spangenberg,* in ihrem Vortrag zum deutschen Steuerrecht auf. Anhand konkreter Beispiele aus dem Ehegattensplitting und dem 2 Lohnsteuerverfahren wies sie nach, dass Frauen ein höheres Risiko tragen im Laufe ihres aktiven Arbeitslebens finanzielle Nachteile zu erleiden und nach dem Ende der aktiven Zeit von Altersarmut betroffen zu sein. (* Juristin, arbeitet seit 2002 als Wissenschaftlerin, Beraterin und Dozentin zu gleichstellungs- und antidiskriminierungsrechtlichen Themen)

„Verfassungswidriger Zustand in den Parlamenten“

Klar und deutlich fiel Silke Ruth Laskowskis* Analyse der mangelnden Repräsentanz von Frauen in der deutschen Legislative aus. Sie konstatierte.“ Ohne klare Wahlrechtsänderungen wird es….keine Fortschritte geben.“ und plädierte nachdrücklich für quotierte Kandidierenden-Listen auf allen Ebenen. “ Das Wahlorganisationsrecht strukturiert die Zusammensetzung der Parlamente vor. Hier müssen wir ansetzen.“ Trotz eindeutiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes sei eine 50-zu-50-Parität in den Parlamenten noch lange nicht in Sicht. Dieser „ verfassungswidrige Zustand“ in den Parlamenten missachte den Gleichbehandlungsgrundsatz und die gesellschaftliche Wirklichkeit in Deutschland. (* Professorin für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Uni Kassel)

Leitsatz “Leistung zählt, nicht Chromosomen“ trägt nicht

In der anschließenden Diskussionsrunde wies die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann auf ein Grundproblem der Entsendung in den Bundestag hin. Weil viele Sitze durch Direktmandate gewonnen werden, spielten paritätische Listen kaum eine Rolle beim Verteilungsverhältnis der Sitze im Bundestag zwischen Männern und Frauen. Deshalb vertritt sie heute die Quotenregelung um mehr Frauen in Spitzenpositionen in Politik, Wirtschaft und im Öffentlichen Dienst zu bringen. Eventuell seien auch Urwahlen statt Delegiertenwahlen ein probates Mittel das Ziel zu erreichen.

Gleichstellung in der DNA

Beate Müller -Gemmeke, BdA von Bündnis 90/ die Grünen, sah sich zwar selbst in einer komfortablen Position, weil ihre Partei die Gleichstellung lebt und stets mitdenkt. Ohne solch strikte Vorgaben müssten Frauen die größtmögliche Geschlossenheit zeigen, intensiver netzwerken und sich bereichsübergreifend zusammenschließen, sonst seien keine Fortschritte zu erwarten.

Auseinanderklaffen von Wunsch und Wirklichkeit - Solidarität zählt

Helene Wildfeuer kritisierte erneut, dass die Umsetzung der Ziele im öffentlichen Dienst oft an den Rahmenbedingungen scheitere. Inzwischen hält auch sie eine Quotenregelung für unumgänglich. Schon auf dem Gewerkschaftstag 2017 hat die dbb bundesfrauenvertretung die Forderung nach einem Parité-Gesetz eingebracht, es wurde angenommen. In ihrem abschließenden Appell rief sie die Frauen auf, solidarischer zusammenzustehen, aktiver für ihre Ziele zu kämpfen und sichtbarer zu werden um die Zukunft zu gestalten.

Fotos: dbb/Marco Urban

https://www.dbb.de/td-frauen/artikel/geschlechtergerechtigkeit-da-geht-noch-mehr0.html

Perspektiven. Bayern. Baden-Württemberg. - Vierter Süddeutscher Realschultag #4SDRT

Realschulabsolventen sind gut aufgestellt für die Zukunft!

April 2019

Die Stühle im Haus der Wirtschaft in der IHK reichten zunächst nicht aus, um all die Gäste und Interessierten des vierten Süddeutschen Realschultages in Ulm zu fassen. 

Die Gästeliste war aber auch hochrangig besetzt: Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, und Gunter Czisch, Oberbürgermeister der Stadt Ulm leiteten in ihren Grußworten in die Thematik ein, die Dr. Thomas Frank, Referent für Bildungspolitik der IHK Ulm in seinem Vortrag weiter intensivierte.

Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes, sprach Klartext über so manche seltsamen Entwicklungen im Bildungswesen. Prof. Dr. Rudolf Schröder von der Universität Oldenburg, erörterte den Beitrag der Realschule auf das Berufsleben. Ministerialdirigent Vittorio Lazaridis berichtete von aktuellen Entwicklungen im Kultusministerium, die die Realschule wieder mehr stärken werden.

Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des VDR, hob die Realschule als Perspektiventräger hervor. 

Höhepunkt war sicherlich die Vorstellung der INSA-Bildungsumfrage, die der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft in Auftrag gegeben hatte. Patrick Meinhardt, Generalsekretär der Bildungsallianz des Mittelstands, konnte feststellen, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung eine Aufwertung der Realschule wünschen und finden, dass eine erfolgreiche Karriere auch mit der Realschule sehr gut möglich ist.

Auf dem Podium diskutierten heiß und intensiv Thomas Gehring, Vizepräsident des Bayerischen Landtages, Bündnis 90/Die Grünen, Prof. Winfried Bausback, stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion, Prof. Rudolf Schröder, Jürgen Böhm und Dr. Karin Broszat. ​​​

Durchs Programm führte gekonnt und herrlich locker Thorsten Schmalt.

 

Gewalt am Arbeitsplatz - Violence at work

Konferenz der CESI in Berlin

März 2019

Gewalt am Arbeitsplatz, insbesondere gegen Beschäftigte im öffentlichen Sektor, stellt in Deutschland und vielen Mitgliedstaaten der EU eine zunehmende Herausforderung dar.

In Zusammenarbeit mit der Europäischen Union Unabhängiger Gewerkschaften (CESI) richtete der dbb beamtenbund und tarifunion die erste CESI@home Veranstaltung zum Thema aus. 

Auf Grundlage einer Initiative aus dem Jahr 2018, die einen Meinungsaustausch mit Mitgliedsorganisationen und ihnen angehörigen Gewerkschaften sowie anderen EU-Akteuren ermöglichen soll, sollte die Veranstaltung eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation in verschiedenen Sektoren vornehmen.

Insbesondere möchten CESI und dbb eine Sensibilisierungskampagne durchführen, bewährte Verfahren gegen Gewalt von Dritten ermitteln und klare politische und legislative Forderungen auf verschiedenen Ebenen formulieren. 

Diese Ziele sollen in drei Schritte erreicht werden:

  • Zunächst sollen die Rolle des Staates sowie der besondere Status, die Bedeutung und der Beitrag der öffentlich Bediensteten und Beamtinnen und Beamten für die gesellschaftlichen Ordnung herausgestellt werden. In diesem Zusammenhang sollen auch die Gründe für eine Verharmlosung oder gar Akzeptanz von Gewalt gegenüber Vertreterinnen und Vertretern des Staates einer internen Bewertung unterzogen werden.
  • In einem zweiten Schritt möchte sich die CESI auf den Schutz der Opfer konzentrieren und Instrumente zur Prävention und gegen Repression analysieren. Da die Mitgliedsorganisationen der CESI Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung und des öffentlichen Dienstes in wichtigen Bereichen wie der Kommunalverwaltung, den Strafverfolgungsbehörden, dem Bildungsystem und dem Gesundheitswesen vertritt, sollen der Schutz dieser Bediensteten vor Gewalt durch Dritte durch verantwortungsbewusste Akteure und effiziente Schutzmechanismen im Mittelpunkt stehen.
  • Zum Dritten soll relevante Gesetzgebung beleuchtet werden. Werden effizientere Rechtsvorschriften zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und zu einer wirksameren Verteidigung der Interessen der Opfer und ihrer Rechte sowie strengere Sanktionen bei Gewalt gegen staatliche Akteure gebraucht? Von welchen möglichen nicht-legislativen Instrumenten und Erfolgsmodellen können Deutschland und andere europäische Länder lernen?

Die Diskussionen beim CESI@home in Berlin werden daher in zwei Hauptbereiche zusammengefasst:

  • Forderungen nach einer Null-Toleranz-Politik: 

Sensibilisierung von Bürgern, Politikern, Medien und potenziellen Tätern für die Rolle des Staates sowie den besonderen Status und die Bedeutung von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst 

  • Strukturelle Anforderungen an Arbeitgeber und Gewerkschaften für effiziente Beschwerdemechanismen und –methoden sowie Schutzmaßnahmen

Bundesvorstandssitzung in Kassel

Geschäftsführender Vorstand und Landesvorsitzende tagen

März 2019

Dass der VDR mitten in der Bildungspolitik steht, zeigte die Vorstandssitzung Mitte März in Kassel.

Vom Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst über die Didacta in Köln, die Präsidentschaftsübergabe in der Kultusministerkonferenz (KMK) bis hin zum Süddeutschen Realschultag in Ulm - der Deutsche Realschullehrerverband ist dabei.

Interne Entwicklungen im Verband und die Aussprache zu Geschehnissen in den einzelnen Landesverbänden schärfen den Blick für die bundespolitischen Anforderungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VDRjugend entsteht!

Seminar der künftigen Jugendvertretung in Königswinter

März 2019

Demokratie braucht engagierte Menschen. Und dass sich besonders junge Menschen auch im Deutschen Realschullehrerverband engagieren, ist besonders erfreulich.

Der Wunsch nach einer eigenen Jugendvertretung stand schon lange im Raum und wurde auf der letzten Delegiertenversammlung als Aufgabe aufgenommen.

In der dbb Akademie in Königswinter trafen sich nun Jugendvertreter der Landesverbände und diskutierten zum ersten Mal und sehr intensiv über eine Ordnung, über ein Logo, das  bereits von der Querschnittsvertretung der Frauen ausgearbeitet worden war und das nun auch die der Senioren und Jugend aufnehmen sollte. Karoline Herrmann, Bundesjugendleiterin der dbb Jugend klärte über Aufgaben, Hintergründe und Zusammenhänge auf und unterstützte die Gruppe tatkräftig bei der Realisierung ihres Vorhabens. Das Thema Öffentlichkeitsarbeit wurde angeschnitten und wird zum nächsten Treffen nochmal angeführt.

Primäre Aufgabe wird nun sein, dass alle Landesverbände des VDR eine Jugendvertretung benennen, die sich in den VDRjugend einbringen möchte.