Berufsorientierung stärken: Girls’Day und Boys’Day setzen wichtiges Signal gegen Rollenklischees
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Berufsorientierung stärken: Girls’Day und Boys’Day setzen wichtiges Signal gegen Rollenklischees
Anlässlich des bundesweiten Girls’Day und Boys’Day am 23. April fordert der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR), die Berufsorientierung an Schulen stärker in den Fokus zu rücken. Denn noch immer scheinen junge Menschen bei der Berufswahl verfestigten Rollen- oder Geschlechterklischees zu folgen. So entscheiden sich Jungen überdurchschnittlich häufig für technische Berufe wie Elektroniker oder Industriemechaniker, während Mädchen eher soziale oder kaufmännische Berufe wählen. Auch bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in der dualen Berufsausbildung zeigt sich ein Ungleichgewicht: 2025 waren rund 64 Prozent männlich und nur 36 Prozent weiblich.
„Diese Zahlen zeigen, wie wichtig eine fundierte Berufsorientierung ist“, betont der VDR-Vorsitzende Ralf Neugschwender. „Jugendliche stehen vor rund 330 Ausbildungsberufen und etwa 11.000 Bachelorstudiengängen – in diesem kaum überschaubaren Angebot brauchen sie verlässliche Wegweiser.“ Berufsorientierung müsse daher als zentrale und systematisch verankerte Aufgabe von Schule verstanden werden – immer unter Einbeziehung der Eltern als wichtige Partner.
Der Aktionstag unter dem Motto „Dein Tag, dein Weg! – Impulse für die Fachkräfte von morgen“ setzt das richtige Signal: Bundesweit öffnen zahlreiche Betriebe, Unternehmen und Institutionen ihre Türen und ermöglichen praxisnahe Einblicke – auch jenseits traditioneller Rollenbilder. Der VDR fordert, Rollenklischees weiter abzubauen. „Jugendliche sollen ihre Talente frei von Stereotypen entfalten können“, so Neugschwender.
Realschulen und verwandte Schularten denken die Übergänge in Ausbildung und Beruf aufgrund ihres klaren Profils konsequent mit. In vielen Unterrichtsfächern werden gezielt Bezüge zur Arbeitswelt hergestellt, sodass Berufsorientierung fester Bestandteil des Unterrichts ist. Ergänzt wird dies durch fest verankerte Betriebspraktika und enge Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft. Zahlreiche Schulen lassen ihre Konzepte zudem durch das Berufswahlsiegel zertifizieren und machen so ihre systematische und vielfältige Berufsorientierung nach außen sichtbar. Diese enge Verzahnung von Schule und Praxis stärkt die Entscheidungsfähigkeit der Jugendlichen und unterstützt die Fachkräftesicherung.