Realschulen und Realschulbildung in puncto ökonomischer Bildung besser für die Zukunft aufgestellt

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Nr. 15/2021

17. Mai 2021

Realschulen und Realschulbildung in puncto ökonomischer Bildung besser für die Zukunft aufgestellt

Insgesamt schlechtes Zeugnis für ökonomische Bildung in Deutschland – falsche Schwerpunktsetzung in der Bildungspolitik zeigt insgesamt negative Ergebnisse

„Auch im Hinblick auf die ökonomische Bildung in unserem Land zeigt sich erneut die Stärke der Realschulbildung, die seit Jahrzehnten einen klaren Schwerpunkt auf ökonomische Bildung mit eigenen Unterrichtsfächern gelegt hat“, kommentiert Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR) die aktuelle OeBix-Studie der Flossbach von Storch Stiftung in Kooperation mit dem Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg (IÖB).

Leider hätten in den vergangenen Jahren einzelne Schulstrukturveränderungen in manchen Ländern den Bezug zu relevanten Bildungsbereichen aus den Augen verloren. „Die Fokussierung auf akademische Bildung hat vielen Verantwortlichen den Blick auf klare Bezüge zur Lebensrealität verstellt“, so Böhm. Die Studie zeige sehr deutlich, dass Ökonomie und ökonomische Bildung an vielen allgemeinbildenden Schulen bundesweit einen sehr geringen Stellenwert einnehme. „Wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn die jungen Menschen ihr Leben nicht selbstständig und eigenverantwortlich meistern können und von der Realität und ökonomischen Zusammenhängen keine Kenntnis haben. Inhalte wie Finanzbildung, Steuern und Co. aber auch die Grundlagen der wirtschaftlichen Selbständigkeit sollten in unserer Gesellschaft zu den grundlegenden Kenntnissen gehören und keine Fremdwörter sein“, ergänzt der Bundesvorsitzende. Deutschland brauche junge Leute mit innovativen Ideen, die sie dann auch als Gründer und Unternehmer umsetzen wagen.

Eine solide Bildung in ökonomischen Zusammenhängen könne nur durch fachlich und didaktisch ausgebildete Lehrkräfte stattfinden. „Ein klarer fachlicher Bezug zu den Wirtschaftswissenschaften muss daher in der Lehrerausbildung elementar und zentral sein. Die Untersuchung macht deutlich, dass Bundesländer, in denen es keine erkennbare fachbezogene und schulartbezogene Lehramtsstudiengänge gibt, am unteren Ende der Skala rangieren“, stellt Böhm dar, der sich seit 2019 aktiv im Bündnis für Ökonomische Bildung (BÖB – www.boeb.net) engagiert.

„Was mit dieser Studie ganz klar deutlich wird, ist, dass wir in Deutschland eine wesentlich intensivere und umfangreichere ökonomische Bildung an den Schulen brauchen! Die Realschulen mit ihrem speziellen Profil sind hier auf einem guten Weg und diese Stärke muss weiter ausgebaut werden! Wer die Ökonomische Bildung vernachlässigt, vernachlässigt eine entscheidende Zukunftsaufgabe!“, schließt Böhm.

Alle Ergebnisse der OeBiX-Studie finden Sie hier: www.oebix-studie.de

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Waltraud Erndl
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