Distanzunterricht war und ist Unterricht!

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Nr. 14/2021

16. Mai 2021

Distanzunterricht war und ist Unterricht!

Böhm sieht im Begriff „Nachhilfeprogramm“ einen falschen Ansatz

„Allein den Begriff „Nachhilfeprogramm“ allein halte ich schon für daneben und irreführend. Hier wird bewusst der Eindruck vermittelt, als hätte Bildung bei allen coronabedingten Mängeln in den vergangenen Monaten in Deutschland überhaupt nicht stattgefunden und als hätten die Kinder und Jugendlichen keine Anstrengungen unternommen. Das ist wie ein Schlag ins Gesicht der Lehrkräfte und Schüler für die Arbeit, die geleistet wurde!“ macht Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR) deutlich. Es sei bei Weitem nicht so viel Unterricht ausgefallen, wie einem manchmal weisgemacht werden soll.

„Das ist typisch für Deutschland - man verfällt wieder einmal in einen Jammermodus. Sinnvoller wäre es, die notwendige Maßnahme jetzt als Initiative, Stärkung oder Aufbruch zu bezeichnen. Was wir brauchen sind endlich finanzielle Mittel für zusätzliches Fachpersonal an den Schulen und für differenzierte Förderung. Und dafür reicht eine Milliarde Euro sicherlich nicht aus. Das ist wie ein Tropfen auf den heißen Stein, der letztlich von einer zu erwartenden bundesweiten Antragsbürokratie verdampft wird!“, fordert Böhm

„In einer „Sommerschule“ finden sich wahrscheinlich nur die Schüler, die bereits über die letzten Monate fleißig waren und einen gewissen Anspruch an sich selbst haben. Die Gelder sollte man lieber in weitere Lehrerstunden, sogenannte integrierte Lehrerreserven, investieren, mit denen man Klassen in leistungsdifferenzierte Gruppen aufteilen kann, um so die Kinder individuell zu fördern“, so der Bundesvorsitzende.

Daneben müssten innovative Bildungsanbieter, auch Startups, gefördert werden, die digitale Bildungsangebote gerade aus den Distanzerfahrungen der Pandemie an die Jugendlichen herantragen könnten.

„Was nicht sein darf, ist, dass die Kolleginnen und Kollegen zusätzlich zu der, besonders in den vergangenen Wochen und Monaten geleisteten Arbeit, jetzt nochmals Mehraufgaben bekommen. Und bei aller Notwendigkeit der Förderung, sollte man jungen Menschen die notwendige Zeit der Erholung, der Freiheit und des Entdeckens in den hoffentlich grenzenlos freien Sommerferien zugestehen!“, schließt Böhm.

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Waltraud Erndl
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