VDR - Rheinlandpfalz
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22. Bundesrealschultages - 23. April 2010 - Philharmonie Essen Saalbau
"Realschulen bilden die Mitte".
Die Stadt Essen ist im Jahr 2010 europäische Kulturhauptstadt. Der VDR hat diesen Ort für seinen Bundesrealschultag gewählt. Neben den internen Beratungen der Delegierten lud der VDR ausgewählte Gäste ein zu einer öffentlichen Veranstaltung im RWE Pavillon in der Philharmonie Essen Saalbau.
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Barbara Sommer, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, begrüßt die Delegierten
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Der scheidende Bundesvorsitzende Albert Obert und... |
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... der neugewählte Bundesvorsitzende Jürgen Böhm |
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Farbenprächtig präsentiert sich der gastgebende Landesverband bei der Festveranstaltung |
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Bekenntnis zur Realschule / Lehrerverband erhält Unterstützung von Unionspolitikern - Spaenle sieht gute Zukunftschancen
Essen (ddp-nrw). Rund zwei Wochen vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen fordern Realschullehrer aus ganz Deutschland den Fortbestand ihrer Schulen. «Die Politik wäre gut beraten, das bei Eltern, Schülern und Wirtschaft geschätzte, leistungsstarke, vielgliedrige Schulsystem mit allen Übergangsmöglichkeiten zu stärken und die Finger von rückwärtsgewandten Vereinheitlichungsbestrebungen zu lassen», sagte der neue Vorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer, Jürgen Böhm, am Freitag auf dem 22. Bundesrealschultag in Essen. Zuvor hatten ihn die 113 Delegierten aus 13 Landesverbänden zum Nachfolger ihres langjährigen Vorsitzenden Albert Obert gewählt. Unterstützung erhielten die Realschullehrern von Unionspolitikern.
Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ludwig Spaenle (CSU), sieht für die Realschule gute Zukunftschancen. Sie sei weiterhin attraktiv für Schüler und Eltern, sagte der CSU-Politiker. Zwischen 1992 und 2007 habe sich der Anteil derer, die eine Realschule besuchten, von 27,2 auf über 28 Prozent leicht erhöht. Vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung an Gymnasien könne die Realschule zudem weiter an Attraktivität gewinnen.
Ziel der Bildungspolitik müsse es sein, die Qualität der Bildung für alle zu verbessern, sagte Spaenle weiter. Dies bedeute jedoch nicht, alle Schüler zum Abitur zu führen. Vielmehr müssten Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichten, jeden Einzelnen nach seinen Möglichkeiten und Begabungen zu fördern und zu fordern.
Ähnlich äußerte sich NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Sie nannte Realschulen ein Erfolgsmodell. Wer dieses abschaffen wolle, verbaue jungen Menschen Bildungschancen und missachte den Elternwillen.
Die CDU in NRW will das mehrgliedrige Schulsystem beibehalten, die FDP will das derzeitige System durch eine regionale Mittelschule ergänzen, SPD, Grüne und Linke wollen das System abschaffen und durch eine Gemeinschaftsschule ersetzen. Der Realschullehrerverband plant zum Abschluss seines Delegiertentags am Samstag (24. April) eine Resolution zum Weiterbestand und zur Entwicklung der Realschulen in Nordrhein-Westfalen und den übrigen Bundesländern. Der Verband Deutscher Realschullehrer ist eigenen Angaben zufolge der Dachverband der rund 20 000 Mitglieder zählenden Lehrerverbände der Realschulen und verwandten Schulformen in Deutschland.
Pressemeldung Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW
Ministerin Sommer auf dem 22. Bundesrealschultag in Essen: Realschulen sind ein Erfolgsmodell
Essen, 23.04.2010 - Realschullehrerinnen und -lehrer aus ganz Deutschland treffen sich von heute bis Sonntag in Essen zum
22. Bundesrealschultag des Verbands Deutscher Realschullehrer (VDR). Zur Veranstaltung, die unter dem Motto "Realschulen bilden die Mitte" steht, werden 117 Delegierte aus 13 Landesverbänden erwartet.
Schulministerin Barbara Sommer betont in ihrem Grußwort an die Mitglieder der Bundesdelegiertenversammlung: "Die Realschule ist eine der tragenden Säulen unseres Bildungssystems. Sie bildet in diesem Sinne die Mitte, da sie eine Schulform ist, die sowohl auf eine Berufs- als auch eine Studienqualifizierung vorbereitet. Wer dieses Erfolgsmodell Realschule abschaffen will, verbaut Bildungschancen junger Menschen und missachtet den Elternwillen." Die gute Arbeit der 559 öffentlichen und privaten Realschulen in Nordrhein-Westfalen zeigen die aktuellen Daten: Die Übergangsquote von der Grundschule zur Realschule ist zum Schuljahr 2009/10 im Vergleich zum Vorjahr von 28,4 auf 28,7 Prozent gestiegen. Auch die Übergangsquote von der Realschule in die gymnasiale Oberstufe ist gestiegen: Wechselten im Schuljahr 2000/01 nur 21,2 Prozent der Realschüler nach der 10. Klasse in die gymnasiale Oberstufe, so sind es heute 33,4 Prozent, also ein Drittel.
Mit dem im November 2009 veröffentlichten Grundsatzpapier "Realschulen in Nordrhein-Westfalen – Chancen für Viele" ermutigt die Landesregierung die Realschulen, ihr Profil weiter zu schärfen. Dies kann vor allem durch erweiterte Angebote im Wahlpflichtbereich sein oder durch Angebote in Profilzweigen, etwa durch bilinguale Zweige, musisch-künstlerische oder sportliche Angebote. "Ich bin mir sicher, dass ein ökonomisches Profil den Realschulen gut tut", so Schulministerin Barbara Sommer zum neuen Modellversuch für das Fach Wirtschaft, der mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 an 30 Realschulen des Landes starten wird. Ziel des Modellversuchs ist die Vermittlung von Kompetenzen im Bereich Wirtschaft, die Schülerinnen und Schüler auf eine umfassende Teilhabe am privaten und beruflichen Leben vorbereitet.
Im Rahmen der Ganztagsoffensive können insgesamt 100 Realschulen in Ganztagsschulen umgewandelt werden. In diesem Schuljahr haben bereits 45 Realschulen den Ganztagsbetrieb aufgenommen. 55 werden zum nächsten Schuljahr folgen.
Ansprechpartner
Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW
Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder
KMK-Präsident Ludiwg Spaenle: Realschulen haben Zukunft
Festrede zum 22. Bundesrealschultag
Essen, 23.04.2010 - Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, sprach der Realschule in seiner Rede auf der Festveranstaltung des 22. Bundesrealschultages in Essen gute Zukunftschancen zu.
"Aufgrund weitreichender Umstrukturierungen in der Bildungslandschaft und Schulreformen in den Ländern stellt die Realschule zwar nicht mehr überall die "Mitte" zwischen Hauptschule und Gymnasium dar, ist aber weiterhin attraktiv für Eltern und Schüler", betont Spaenle.
Der Prozentsatz derer, die eine Realschule besuchen, hat sich in den Jahren 1992 bis 2007 von 27,2 % auf über 28 % sogar leicht erhöht. Das bedeutet, mehr als ein Viertel der Schüler eines Jahrgangs besuchen eine Realschule, die damit nach dem Gymnasium die zweitstärkste Schulart ist. "Auch vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung am Gymnasium könnte die Realschule weiter an Attraktivität gewinnen", betont Spaenle. Bildung gelingt am besten, wenn Theorie und Praxis zusammenkommen. In der Synthese von Allgemeinbildung und Vorbereitung auf die Berufswelt liegt das Bildungsprofil der Realschule, die Schülerinnen und Schülern vielfältige Wege in Ausbildung und Beruf aber ebenso zu weiteren schulischen Abschlüssen eröffnet. So stellt die Realschule auch eine Mitte zwischen Theorie und Praxis dar, die Wege offenhält und Entscheidungsmöglichkeiten bietet sowie anschlussfähiges Wissen und Können vermittelt.
"Die Realschule ist somit auch eine Schulform, die begabungsgerechte Förderung möglich macht. Die Qualität der Bildung für alle muss verbessert werden – was nicht bedeutet, möglichst alle zum Abitur zu führen, sondern Strukturen zu schaffen, die es ermöglichen, den einzelnen gemäß seiner Möglichkeiten und Begabungen zu fördern und zu fordern – bis hin zur Hochschulreife" unterstreicht der Präsident.
Ansprechpartner
Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder
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